Kfz-Versicherung trotz Kündigung abschließen
Kann die Kfz-Versicherung einen Versicherungsnehmer einfach so kündigen? Grundsätzlich liegt der Autoversicherung ein Vertrag zugrunde, an den sich beide Seiten halten müssen. Unter Umständen ist eine Kündigung jedoch möglich. Aber was bedeutet diese für den Fahrzeughalter? Neben dem Stress, eine rasche Lösung zu finden, könnte die Suche doch auch erschwert werden? Dieser Artikel erklärt, wie eine Kfz-Versicherung trotz einer Kündigung seitens der Autoversicherung gefunden werden kann und dass das Sparen weiterhin möglich ist.
Kündigung? Und jetzt?
Die Auflösung eines laufenden Versicherungsvertrags ist gar nicht so einfach, doch ist sie auch nicht selten. Einige Gründe werden gerne genannt:
• Zahlungsrückstand – ist der Versicherungsnehmer mit der Zahlung der Beiträge im Rückstand, so kann die Autoversicherung das Vertragsverhältnis auflösen. Dies kann zu Beginn bereits der Fall sein, beispielsweise, wenn die vereinbarte Jahreszahlung nicht rechtzeitig eingeht. Bei der monatlichen oder quartalsweisen Abbuchung tritt die Problematik jedoch häufiger auf.
• Tarifeinstellung – stellt die Versicherung einen Tarif ein, so kündigt sie mitunter den Versicherungsnehmern. Die Frage ist nun, ob die Autoversicherung im Generellen aufgelöst wird, oder aber, ob es sich um eine Änderungskündigung handelt. Bei dieser erhält der Autohalter einen Ersatztarif angeboten. Wahlweise lehnt er das Angebot ab, alternativ wird er automatisch umgebucht.
• Sonderkündigungsrecht – unter bestimmten Voraussetzungen können laufende Kfz-Versicherungsverträge von beiden Seiten abweichend der üblichen Fristen gekündigt werden.
Schon auf den ersten Blick wird ersichtlich, welcher Kündigungsgrund sich auf der Suche nach einer neuen Kfz-Versicherung negativ auswirken könnte. Verspätete oder ausbleibende Zahlungen werden von keinem Unternehmen gerne gesehen und es besteht durchaus die Möglichkeit, dass Autoversicherungen miteinander kommunizieren. Eine generelle Ablehnung ist dennoch nicht möglich.
Thema Sonderkündigungen: Welche wirken sich problematisch aus?
Letztendlich sind Sonderkündigungen eine Möglichkeit für beide Seiten, die Autoversicherung vorzeitig aufzulösen. Viele Autofahrer nutzen die Chance, beispielsweise, wenn sich die Preise erhöhen. Auch die Abmeldung oder der Verkauf eines Fahrzeugs führt zu der Sonderkündigung, deshalb ist das Thema nicht unbedingt negativ zu betrachten. Allerdings gibt es Ausnahmen:
• Kündigung nach Schadensausgleich – kündigt die Versicherung eigenständig den Vertrag nach dem Ausgleich eines Schadens, so ist das rechtens, wirkt sich aber mitunter negativ aus. Bei einem Kfz-Versicherungswechsel muss dieser Punkt angegeben werden. Drastisch ist die Vertragsauflösung allerdings nicht, sofern sie einmalig geschieht.
• Viele Schadensmeldungen – dies ist ein anderer Punkt. Die Kfz-Versicherung ist so berechnet, dass der Anbieter im Durchschnitt mit einem Plus aus dem Angebot herausgeht. Meldet ein Versicherungsnehmer häufig Schäden, so minimiert das den Gewinn. Etliche Kfz-Versicherungen werden nun vorzeitig aufgelöst und lassen den Versicherungsnehmer im Regen stehen. Denn da durchaus vermutet werden kann, dass sich Versicherungen untereinander über Versicherungsnehmer informieren, fällt es dem Kfz-Halter jetzt schwerer, eine gute und günstige Autoversicherung neu abzuschließen.
Aber ist die Kfz-Versicherung nicht dafür da, Schäden zu übernehmen? Ja, und hier beißt sich die Katze selbst kräftig in den Schwanz. Der Versicherungen liebster Kunde ist der, der zahlt, aber nicht fordert. Wobei nicht alle Schadensmeldungen negativ bewertet werden.
Schadensmeldung – welche kann zur Kündigung führen?
Die Autoversicherung kann durch die Versicherung gekündigt werden, wann immer ein Schaden gemeldet und beglichen wurde. Bei einem gewöhnlichen Verkehrsunfall ist das jedoch sehr selten der Fall. Verkehrsunfälle zählen zum Hauptgeschäft der Versicherung und fallen in das Gebiet der Kfz-Haftpflichtversicherung. Diese ist gesetzlich vorgeschrieben und die Nutzung dieser endet selten in einer Kündigung. Anders sieht es in folgenden Fällen aus:
• Schuldhaft verursachter Unfall – Verkehrsunfälle geschehen immer durch einen Fehler, das ist damit auch nicht gemeint. Wer allerdings unter Alkoholeinfluss, Drogeneinfluss oder übermüdet einen Unfall verursacht, der könnte mit einer vorzeitigen Kündigung des Vertrags rechnen. Nebenbei wären nun, je nach Tarif, auch Schadenersatzforderungen durch die Versicherung zu erwarten.
• Kaskonutzung – die Nutzung der Möglichkeiten, die eine Teil- oder Vollkaskoversicherung bietet, kann bei häufigerem Auftreten durchaus eine Sonderkündigung im Briefkasten haben. Die Rede ist von der häufigen Meldung kleinerer Schäden: Dort ein Kratzer, hier ein Steinschlag, mal Vandalismus, dann wieder der Glasbruch. Ausgenommen sind intern meist Schäden, die der Kfz-Halter nicht zu verantworten hat: Sturm- oder Unwetterschäden.
Experten raten aus einem guten Grund, bei den Kaskoversicherungen mit einer höheren Selbstbeteiligung zu arbeiten, damit die Schäden erst gar nicht in die Versicherungsaufgaben fallen. Auch sollten Schäden bis zu einem gewissen Betrag nicht gemeldet werden. Im Schnitt wird hier von 700 – 1.000 Euro bei der Teilkasko und bis zu 1.500 Euro bei der Vollkasko gesprochen. Ob und inwieweit solche Mängel vom Versicherungsnehmer persönlich bezahlt werden können, muss jeder für sich entscheiden.
• Fakt ist: Wer seine Kfz-Versicherung (ebenso wie die Privathaftpflicht- oder Hausratversicherung) zu häufig ›belästigt‹ und zur Kasse bittet, der muss mit einer Kündigung rechnen.
Neue Kfz-Versicherung nach Kündigung finden
Nun ist klar, dass es verschiedene Formen einer Kündigung gibt, die natürlich auch alle anders bewertet werden. Um eine neue Kfz-Versicherung zu finden, ist der Vergleich der Autoversicherungen absolut notwendig, gerade dann, wenn noch ein Schufa-Eintrag Hürden in den Weg stellt. Generell gilt:
• Vergleichen – der Vergleich zeigt die günstigen und guten Versicherungen übersichtlich auf. Kfz-Halter können auf diese Weise vorsondieren.
• Recherche – wer gekündigt wurde, der ist gut beraten, den Umgang der Wunschversicherung mit gekündigten Autofahrern zu recherchieren. Google bietet hier eine einfache Chance. Es reicht schon, den Versicherungsnamen mit dem Stichwort »trotz Kündigung« oder Ähnlichem zu überprüfen. Umso mehr Autofahrer beklagen, in diesem Fall keinen Vertrag erhalten zu haben, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer Ablehnung. Aber Vorsicht: Nicht immer sind die Beschwerden inhaltlich wahrheitsgemäß.
• Versicherungsanfrage – in dieser muss angekreuzt werden, ob es zu einer Kündigung durch die alte Kfz-Versicherung kam. Je nach Versicherung ist auch ein Grund zu nennen. Lügen sollte hier niemand, da keiner weiß, ob intern nicht nachgefragt wird.
• Abschluss – erlaubt die Kfz-Versicherung eine Annahme, dann wird der Vertrag ganz normal geschlossen.
Im Regelfall spielen Kündigungen keine Rolle bei der Suche nach einer neuen Kfz-Versicherung. Eventuell ist die Wunschversicherung nicht möglich oder es werden bei Kaskoversicherungen höhere Selbstbeteiligungen gefordert. Eine Kfz-Haftpflichtversicherung muss indes dem Autofahrer stets angeboten werden, selbst wenn er verschuldet ist, gekündigt wurde und eine negative Schufa hat. Auf unserer Seite bieten wir einen Kfz-Versicherungsvergleich an, der hilft, trotz Kündigung einen neuen Vertrag zu erhalten.
