Kfz-Versicherung für Wohnmobile trotz Schufa
Der Straßenverkehr ist klar geregelt. So müssen alle Fahrzeuge entsprechend versichert sein. Viele Autofahrer liebäugeln jedoch nicht nur mit einem Auto, sondern mit einem Wohnmobil. Andere haben längst geplant, gemessen, gekritzelt und stürmen die Baumärkte, da aus dem eigenen Wagen ein Campermobil werden soll. Doch was gibt es eigentlich bezüglich der Kfz-Versicherung zu wissen? Wie werden Wohnmobile versichert, was gilt für die umgebauten Bullys oder Kombis? Wir schauen uns das einmal an.
Die Autoversicherung ist Pflicht
Ob ein Wohnmobil oder ein umgebauter Kastenwagen: Ohne eine Autoversicherung darf das Gefährt nicht auf die Straße. Somit ist die Kfz-Haftpflichtversicherung auch für diese Fahrzeuge die absolute Grundlage. Auch bezüglich der Inhalte und Deckungssummen unterscheidet sich die Versicherung für Wohnmobile nicht zu sehr von der für ein Auto. Es gilt aber:
• Wohnmobile – Fakt ist, dass die meisten Versicherungsgesellschaften, die auch Autos versichern, eigene Tarife für Wohnmobile haben. Diese unterscheiden sich – gerade bei den Kaskoversicherungen – dann schon ein wenig von den Kaskoversicherungen für Autos. Insbesondere die inkludierte Schadensabdeckung variiert ein wenig. So ist die versicherte Summe bei Diebstählen aus dem Auto niedriger als die bei Wohnmobilen. Kein Wunder, immerhin ist ein TV-Gerät im Wohnmobil mit an Bord.
• Umbauten – generell kann der Kastenwagen ganz normal in der Autoversicherung versichert werden. Je nach Umbaute lohnt es sich aber, abseits Tellerrands zu schauen und zu prüfen, ob es einen besseren Schutz gibt. Wird der Wagen derartig umgebaut, dass eine Zusatzzulassung erforderlich wird, muss ohnehin mit der Autoversicherung Rücksprache gehalten werden, ob sich der Versicherungsschutz auch darauf bezieht.
Ein wichtiges Thema bei der Kfz-Versicherung für Wohnmobile und Camper ist der Schutz im Ausland. Die Mallorca-Police wird viel häufiger benötigt als bei einem typischen Kleinwagen. Immerhin fahren viele Reisende mit ihrem Heim auf Rädern quer durch Europa und wollen verständlicherweise auch dort bestens rundumversichert sein.
Die Unterschiede zur reinen Autoversicherung
Eine reine Wohnmobilversicherung ähnelt der Kfz-Versicherung beinahe aufs Haar. Dennoch gibt es einige Unterschiede:
• Deckungssummen - sie sind, gerade im Vergleich zu den gesetzlichen Mindestdeckungssummen, höher. Das liegt daran, dass ein Wohnmobil durch das hohe Eigengewicht wesentlich schwerer Unfälle verursachen kann. Bei Kaskoversicherungen ist die Schadenhöhe noch ausschlaggebender, da das Inventar wesentlich hochwertiger ist als reine Autoinventar.
• Zweitwagen - das Wohnmobil wird fast in allen Fällen als Zweitwagen versichert. Meist gilt das auch für umgebaute Kastenwagen.
• Verwendung - sie wird vielfach eingeschränkt, beziehungsweise wird sie gezielt auf den Einsatz als Urlaubsfahrzeug festgelegt. Es gibt natürlich besondere Verträge, wo dies nicht der Fall ist. Gerade bei den umgebauten Fahrzeugen kann der Wagen auch als Erstwagen angemeldet werden. Schadenfreiheitsklassen - es gibt weniger Einteilungen bei Wohnmobilen.
Andere Unterschiede lassen sich eher in der Vertragsumgebung finden. Während bei einer reinen Kfz-Versicherung der Stellplatz angegeben werden muss und sich die Kosten je nach Stellplatz verändern, wird bei Wohnmobilen von einem geschützten Stellplatz ausgegangen. Doch auch hier: Es gibt immer Ausnahmen. Autoversicherungen für Camper und Wohnmobile sind weitaus individueller vereinbar.
Welche Kfz-Versicherung lohnt sich für das Wohnmobil?
Die drei Versicherungsarten – Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko – stehen auch für Wohnmobile und Camper zur Verfügung. Jetzt war allerdings schon die Anschaffung des Fahrzeugs recht teuer, also fragen sich viele Eigentümer rasch, wie sie denn Kosten sparen können. Welche Versicherung lohnt sich also tatsächlich?
• Teilkasko - die Teilkaskoversicherung sollte wenigstens abgeschlossen werden. Das trifft insbesondere auf umgebaute Fahrzeuge zu, immerhin möchte niemand, dass sein Hab und Gut aus dem Wagen gestohlen wird und er selbst noch für die Kosten aufkommen muss. Da umgebaute Fahrzeuge oft für längere Strecken genutzt werden, ist ein Glasbruch durchaus wahrscheinlich. Nicht zuletzt stellt der Urlaubsort eine Gefahr dar: Viele Camper nächtigen in Wäldern oder auf bewaldeten Campingplätzen, wo es bei einem Sturm zu Schäden am Fahrzeug kommen kann. Die Teilkasko deckt Unwetterschäden dieser Art ab.
• Vollkasko - bei einem Reisemobil lohnt sich die Vollkaskoversicherung absolut. Die Anschaffungskosten der Fahrzeuge sind hoch, dank der hohen Nachfrage stiegen die Kosten noch einmal deutlich an.
Wie hoch die Prämien für die Autoversicherung für Wohnmobile sind, hängt indes von etlichen Faktoren ab:
• Neuwert/Kaufpreis - der Neuwert gilt bei Neuwagen, der Kaufpreis bei gebraucht erworbenen Fahrzeugen. Ein wenig komplizierter kann dies bei einem umgebauten Wagen sein: Hier ist unbedingt mit der Versicherung Rücksprache zu halten, eventuell muss der Wagen einem Gutachter vorgestellt werden.
• Fahrer - wie viele Fahrer kommen infrage und wie alt sind sie? Wie bei Autos können Fremdfahrer oder junge Fahrer ausgeschlossen werden. Die erste Lösung ist allerdings nicht ratsam, denn auf langen Strecken sollte wenigstens eine weitere Person das Steuer übernehmen dürfen.
• Schadensfreiheitsklasse - sie spielt wieder mit in die Prämienberechnung hinein. Umso länger kein Unfall verursacht wurde, desto besser.
Im Grunde genommen kann nur dazu geraten werden, ein Wohnmobil in der Vollkasko abzusichern.
Bei der Kfz-Versicherung für Wohnmobile und Camper gibt es einige Sparmöglichkeiten, die natürlich auch trotz Einträgen in der Schufa greifen. Einige davon sind wohl bekannt:
• Selbstbeteiligung – sie senkt die Prämienhöhe nach unten. Doch Vorsicht, wenn schon andere Fahrzeuge mit Eigenleistung versichert sind. Trifft das Pech vollständig ins Schwarze, so muss die Eigenleistung mehrmals kurz nacheinander bezahlt werden.
• Werkstattbindung – auch diese gibt es bei Wohnmobilen, doch nun muss sehr genau hingesehen werden. Immerhin ist es nicht jeder Kfz-Werkstatt, auch nicht denen der großen Ketten, möglich, Wohnmobile zu reparieren. Bei umgebauten Kastenwagen spielt dieser Punkt nur eine geringe Rolle, für diese Fahrzeuge stehen immer Hallen und Bühnen zur Verfügung.
• Zahlweise – es sollte die Prämie in so wenigen Abschlägen gezahlt werden, wie es irgendwie möglich ist. Die jährliche Zahlweise bietet den größten Rabatt.
Camper und Wohnmobile müssen nicht unbedingt das vollständige Jahr versichert werden. Werden sie ohnehin nur im Sommer genutzt, so können sie über den Winter stillgelegt werden. Es sollte aber gut durchgerechnet werden, wie teuer die Ab- und Wiederanmeldung ist. Bei Motorrädern ist es nicht selten günstiger, die Versicherung über den Winter nur herabzustufen, nicht aber das Fahrzeug stillzulegen. Bei einem Wohnmobil könnte es so aussehen, dass während der Wintermonate die eigentliche Versicherung ruht, doch die wichtigsten Kaskoinhalte bestehen bleiben.
Rund um Campingmobile zeigen sich die Versicherer oft zu individuellen Lösungen bereit.
Um überhaupt einen Überblick über die Kosten zu erhalten, bieten wir unseren Tarifvergleich der Autoversicherungen an, der auch Wohnmobile berücksichtigt. Natürlich ist die Nutzung unverbindlich und kostenlos, auch findet keine Schufa-Abfrage während des Vergleichs statt. Diese führt die gewählte Versicherung später im eigenen Haus durch, doch haben Personen mit schlechter Bonität bei der Wohnmobil-Versicherung dieselben guten Chancen auf die Wunschversicherung wie bei einer reinen Kfz-Versicherung.
